SCRUM! (und seine Grenzen)

In einer sich ständig wandelnden Welt stehen Unternehmen vor wachsenden Herausforderungen. Agile Ansätze wie Scrum bieten Lösungen, indem sie flexible Arbeitsmethoden ermöglichen und kontinuierlich auf neue Erkenntnisse reagieren. Die erfolgreiche Einführung von Scrum erfordert einen ganzheitlichen Blick auf den Kontext des Teams und der Organisation.
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Ein Bild von einer durchsichtigen Weltkugel die im grünen Gras liegt.

Unsere Welt dreht sich immer schneller. Globalisierung und Digitalisierung schaffen ungeahnte Möglichkeiten, stellen Unternehmen, Organisationsbereiche und einzelne Teams allerdings auch vor große Herausforderungen.

  • Steigende Komplexität durch steigende Vernetzung und Verknüpfung von Prozessen
  • sich kontinuierlich verändernde Anforderungen von Märkten und Kunden
  • vielfältige Handlungsoptionen aufgrund von fehlenden einfachen Ursache-Wirkung-Zusammenhängen

Diese Eigenschaften unserer modernen Welt schaffen ein hohes Maß an Ungewissheiten und bringen traditionelle Organisations- und Projektstrukturen schnell an ihre Grenzen. Agile Ansätze und Methoden können dabei helfen diese Grenzen zu überwinden. Oft mit Wurzeln in der Softwareentwicklung eignen sie sich darüber hinaus für viele komplexe Situationen, welche Flexibilität im operativen Arbeiten und eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen erfordern. Der sicherlich bekannteste dieser agilen Ansätze ist SCRUM.

Grundlagen des Scrum Frameworks

Scrum bildet einen Rahmen für das Bearbeiten komplexer Herausforderungen (daher wird es auch im Englischen als “Framework”, also Rahmenwerk bezeichnet). Dabei greift es auf ein Set von Prinzipien, Werten, Rollen und Strukturelementen zurück. Im Kern basiert das Framework auf der Überzeugung, dass neue Erkenntnisse und Wissen, als Grundlage für zu treffende Entscheidungen, aus gesammelten Erfahrungen und gemachten Beobachtungen entstehen (Empirismus). Um diese Erkenntnisse im Zusammenhang mit der Bearbeitung komplexer Aufgaben durchgängig nutzbar zu machen, bilden kurze Planungs- und Umsetzungszyklen den Herzschlag von Scrum (Sprints). Die iterativen Zyklen bilden den Rahmen für die Arbeit eines kleinen Teams aus maximal 10 Personen. Diese können einer der drei Scrum Rollen (Product Owner, Scrum Master und Developers) zugeordnet werden. Ausgestattet mit allen dafür notwendigen Fähigkeiten, arbeitet das Team an der Lieferung von Ergebnissen, die einen Mehrwert für die Kunden oder Nutzer ihres Produktes oder ihrer Dienstleistung schaffen.

Die Anforderungen und Wünsche der Kunden und Nutzer zu moderieren und so sicherzustellen, dass die Arbeit des Teams den maximal möglichen Nutzen für diese generiert, ist dabei die Aufgabe des/r Product OwnerIn. Er /sie fungiert als Bindeglied zwischen dem Team und allen an den Ergebnissen der Arbeit des Teams interessierten Parteien. Alle Anforderungen, die der Verfolgung der übergeordneten Zielsetzung des Produktes, der Dienstleistung oder des Projektes dienen, werden in einem Anforderungskatalog durch den/die Product OwnerIn gesammelt, verfeinert und priorisiert (Product Backlog). Dieser Katalog bildet die Basis für die Planung des jeweils nächsten Sprints. In einem gemeinsamen Planungsworkshop wählt das Scrum Team diejenigen Anforderungen, an denen im nächsten Zyklus gearbeitet werden soll und definiert die erforderlichen Schritte zu deren Umsetzung (Sprint Planning). Das Ergebnis ist eine transparente Planung der Zielsetzung und der spezifischen Umsetzungsinhalte des nächsten Sprints (Sprint Backlog).

Alle notwendigen Tätigkeiten zur Erreichung der getroffenen Zielsetzung werden durch das interdisziplinäre Umsetzungsteam (Developers) geleistet. Im Rahmen eines 15-minütigen täglichen Austauschtermins (Daily Scrum) überprüft das Umsetzungsteam seinen Fortschritt auf Basis neu gewonnener Erkenntnisse und passt seine Planung im Bedarfsfall daran an. Die Arbeit des Umsetzungsteams resultiert in nutzbaren Ergebnissen, die die Resultate bisheriger Sprints ergänzen und einen Mehrwert in Richtung übergreifendem Produkt- oder Projektziel generieren (Increment). Gemeinsam mit relevanten Kunden, Nutzern oder anderen interessierten Parteien werden die erreichten Ergebnisse am Ende des jeweiligen Sprints begutachtet (Sprint Review). So können Feedback und im Rahmen der Umsetzung gesammelte Erkenntnisse direkt für zukünftige Planungen einbezogen werden, um die Qualität künftiger Ergebnisse effektiver an den Bedürfnissen und Anforderungen von Kunden und Nutzern auszurichten. Als formellen Abschluss des Sprints überprüft das Scrum Team sein Zusammenarbeitsmodell auf Grundlage der Erfahrungen und Ereignisse des abgeschlossenen Zyklus. Falls notwendig, werden Maßnahmen vereinbart, um die Zusammenarbeit im Team weiter zu verbessern. Diese Maßnahmen können ggf. direkt in die Planung des nächsten Sprints einbezogen werden, wenn der Zyklus von neuem beginnt.

Unterstützung dabei, Scrum als Basis ihrer Zusammenarbeit bestmöglich zu etablieren und in diesem Rahmen ihre Effektivität kontinuierlich zu steigern, erhält das Team durch die Rolle des Scrum Masters, denn:

Scrum is easy to understand but difficult to master*

*Quelle: What Is Scrum: A Guide to the Most Popular Agile Framework (scrumalliance.org); The Scrum Guide (scrumguides.org)

SCRUM und die Agilität

Wie bei Vielem, das auf den ersten Blick einfach erscheint, steckt auf den zweiten Blick oft mehr dahinter. Da Scrum wohl der beliebteste und bekannteste unter den agilen Ansätzen ist, dürften diese Erfahrung bereits einige Organisationen und Teams gemacht haben. Einer der Gründe dafür liegt sicherlich im Wesen von Scrum. Als agiles Framework vereint es ein prozessuales Vorgehensmodell inklusive der oben beschriebenen Rollen, Events und Artefakte, mit den grundlegenden Vorstellungen, Werten und Prinzipien, die Organisationen oder Teams dabei helfen, notwendige Fähigkeiten zu entwickeln, um in einem komplexen Kontext erfolgreich zu sein (Agilität).

Diese Fähigkeiten, wie Reaktionsfähigkeit, Kompetenz, Anpassungsfähigkeit und Schnelligkeit bilden sich aus dem Zusammenspiel verschiedener Dimensionen innerhalb von Organisationen und Teams.

Fazit

Die Einführung von Scrum als agiles Framework bildet damit eine große Herausforderung, da es innerhalb der meisten Organisationen die Art und Struktur der Zusammenarbeit verändert. Um das volle Potenzial von Scrum zu nutzen, darf es nicht als reine Methodik verstanden werden. Für eine erfolgreiche Etablierung des Frameworks lohnt also ein ganzheitlicher Blick auf den Kontext des Teams und der Organisation.

Als Experten für traditionelles und agiles Projektmanagement unterstützen wir Sie und Ihr Team gerne dabei, den geeigneten Ansatz für die erfolgreiche Durchführung Ihres Vorhabens zu identifizieren und zu etablieren.

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